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programmpicto-260x100-kofferGedenkstättenfahrt des Ziegenmichel e.V.

Ein Bericht von Helena Voigt 

Das Projekt der Gedenkstättenfahrt 2013 nach Buchenwald/Weimar wurde in diesem Jahr von Michael Lorenz, Torsten Herbert, Christian Weihs, Marie Mecking und Helena Voigt betreut.

 

Inhalt des Projekts waren in erster Linie die Wissensvermittlung bezüglich des Holocausts. Ebenfalls sehen wir uns in der Pflicht dafür zu sorgen, dass die Geschehnisse des Dritten Reichs vor Ort nachempfunden werden, so dass sie mit größtmöglicher Wirksamkeit auch bei den Generationen, die in keinerlei Weise mehr für die Gräueltaten verantwortlich sind, ankommen.

 
Ganz im Sinne der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ fuhren wir in diesem Jahr vom 27.11. bis zum 01.12.2013 mit 3 OberstufenschülerInnen und 15 SchülerInnen der 10. Klasse der Gesamtschule Ückendorf nach Buchenwald. Bereits im Vorhinein bereiteten wir unsere Teilnehmer während drei Vortreffen am Ziegenmichelhof und im Kinderland auf unsere Fahrt vor. Die Schüler wurden in die Organisation der Fahrt mit einbezogen um ihre Verantwortung gegenüber des Projekts zu fördern. Auch die gemeinsame Realisierung unseres Endproduktes, einem Fotokunstprojekt, spielte eine wichtige Rolle. Die SchülerInnen planten und führten sämtliche Teilschritte gemeinsam mit dem Ziegenmichel e.V. aus. Die Idee hinter diesem Endprodukt basiert darauf die eigenen Gefühle zu kennen und diese sowohl schriftlich als auch symbolisch, anhand von Fotografien mit Motiven aus der Natur, wiedergeben zu können. Die gerahmten Werke sollen nachhaltig an die Geschehnisse des Dritten Reichs erinnern und, ebenso wie die jugendlichen TeilnehmerInnen selbst, als Multiplikatoren dienen.

 
Am Morgen des 27.11. trafen wir unsere TeilnehmerInnen an der Gesamtschule Ückendorf. Von hier aus reisten wir mit dem Reisebus nach Weimar. Unterwegs machten wir an der Wilhelmshöhe in Kassel Rast, wo wir unseren TeilnehmerInnen bereits das erste kulturelle Angebot, nämlich die Besichtigung des Museums, ermöglichten. Gegen 18:00 Uhr erreichten wir Weimar und unser Hotel. Nach dem Einchecken in das Hotel und dem Auspacken der Koffer, bereiteten wir uns gemeinsam in ruhiger Atmosphäre auf den nächsten Tag vor.

 
Am 28.11. begannen wir unser Programm mit einer Stadtführung durch Weimar. Der vorher mit der Stadtführerin, Renate Ragwitz, abgesprochene Schwerpunkt „Nationalsozialismus in Weimar“ war einerseits höchst interessant und zum anderen eine gelungene Einführung für unseren darauf folgenden ersten KZ-Besuch.            

 
Um 13:00 Uhr trafen wir uns an der Gedenkstätte Buchenwald mit Herrn Joachim König, einem Mitarbeiter der Jugendbegegnungsstätte Buchenwald. Herr König war im Voraus vom Ziegenmichel e.V. kontaktiert worden und stand uns an insgesamt drei Tagen zur Verfügung. Für diesen Tag war jedoch erst mal eine etwa 3 stündige Überblicksführung geplant, welche auch durchgeführt wurde. Aufgrund des großen Interesses der TeilnehmerInnen verließen wir das Gelände allerdings erst  nach 17:00 Uhr. Die Jugendlichen waren sichtlich bewegt und schockiert von diesem Erstbesuch und in Gesprächen wurde klar, dass ihnen nun erst bewusst geworden war, was der Holocaust überhaupt wirklich bedeutet. Viele der TeilnehmerInnen fragten nach dem Besuch der Gedenkstätte ausdrücklich um Einzelgespräche mit den Betreuern um weitere Fragen oder Gefühle zu besprechen. Sie waren alle äußerst betroffen.         

          
Am 29.11. verbrachten wir den gesamten Tag in der Gedenkstätte Buchenwald. Morgens um 10:00 Uhr trafen wir uns mit Herrn König, der zunächst den Rundgang über das Gelände der Gedenkstätte fortführte und den Jugendlichen abermals die Möglichkeit gab ihre Fragen zu stellen. In der pathologischen Einrichtung des Konzentrationslagers und dem Krematorium waren das Entsetzen und die Trauer der Jugendlichen deutlich. Nachmittags hatten die SchülerInnen die Möglichkeit in Eigenregie an einem Thema zu arbeiten und zu forschen, dass sie besonders interessierte. Dafür wurden Kleingruppen gebildet, die von Herrn König wertvolle Tipps für ihre Recherchen bekamen und von den Betreuern des Ziegenmichel e.V. bei den Nachforschungen unterstützt wurden. Um 16:00 Uhr trafen wir uns dann in einem der Seminarräume der JBS Buchenwald und die Jugendlichen hatten die Möglichkeit ihre Ergebnisse vorzustellen. Aus diesen persönlichen Interessenbereichen wurde anschließend versucht die jeweilig dominierende Emotion zu benennen.      

                                                                                            
Der 30.11. diente uns in erster Linie zur Erstellung unseres Fotokunstprojekts. Die JBS Buchenwald stellte uns einen Kreativraum zur Verfügung. Die TeilnehmerInnen wurden von uns in 2 Gruppen aufgeteilt. Während die erste Gruppe mit Michael Lorenz und Helena Voigt im Außengelände der Gedenkstätte nach Motiven für die symbolische Wiedergabe ihrer Gefühle suchten und diese dann auch fotografierten, verfasste die zweite Gruppe kurze Texte um ihre Emotionen in Worte zu fassen. Nach circa drei Stunden wechselten sich die Gruppen ab.        

                                
Abends gingen wir, wie an jedem Abend, gemeinsam in einem Restaurant in Weimar essen und anschließend besuchten wir das kleine Kabarett „Sinnflut“.

 
Am 01.12. um 12:00 Uhr fuhren wir dann mit unserem Reisebus zurück nach Gelsenkirchen, wo wir abends ankamen.

 
Nachbereitend trafen wir uns noch zwei Mal mit den Jugendlichen im Dezember. Ein Nachtreffen diente uns dazu die bereits erwähnten kurzen Texte mit Tusche und Feder auf Büttenpapier niederzuschreiben. Während des zweiten Nachtreffens bearbeiteten die SchülerInnen ihre ausgedruckten Fotografien. Hierzu colorierten sie den wesentlichen Bestandteil des Bildes mit Naturfarben.

 
Abschließend lässt sich sagen, dass wir mit dem Verlauf und dem Ergebnis der Fahrt zufrieden sind. Unsere Teilnehmer konnten viel lernen und werden das Erlebte mit Sicherheit in ihren peer groups weitergeben. Vor allem unser Fotokunstprojekt gibt einen guten Einblick in das Thema und wird in Zukunft hoffentlich dabei helfen die Geschehnisse des Dritten Reichs nicht zu vergessen.